EMS Das Equine metabolische Syndrom

EMS Equine metabolische Syndrom beim Pferd

Wie entsteht EMS Equine metabolische Syndrom beim Pferd?

EMS Equine metabolische Syndrom gehört zu den so genannten Wohlstandskrankheiten und wird durch eine Überfütterung ausgelöst. Betroffene Pferde sind in der Regel sehr adipös (übergewichtig). Das Übergewicht wird dabei meistens durch einen zu hohen Kohlenhydratanteil oder Zucker ausgelöst. Untersuchungen haben gezeigt, dass vorwiegend Freizeitpferde von EMS betroffen sind. Jedoch steigt die Anzahl von Sportpferden ebenfalls an, wobei EMS Equine metabolische Syndrom mittlerweile auch bei Vollblutpferden und Warmblutpferden vorkommt.

Es handelt sich bei EMS nicht um eine Erkrankung in dem Sinne, sondern um eine Ansammlung von Symptomen beginnender Fehlfunktionen. Durch das Übergewicht entsteht eine Überforderung des Organismus, weshalb ein Übergewicht unbedingt vermieden werden sollte.

 

 

Symptome von EMS Equine metabolische Syndrom beim Pferd

EMS Equine metabolische Syndrom entwickelt sich schleichend, da in der Regel auch das Gewicht der Pferde stetig ansteigt. Eine Überernährung und eine geringe Nutzung (Bewegung) der Pferde fördern das Entstehen von EMS.

Sehr häufig zeigt sich ein gefährliches Übergewicht

  1. durch eine Veränderung der Fettpolster an Hals, Rumpf und Kruppe. Diese ändern dabei die Form und Ausprägung,
  2. die Fettpolster sind stark vergrößert, fest, deutlich abgesetzt und bilden klare Kanten,
  3. der Halskamm kann sich über 20 cm Höhe vergrößern und dabei das Gewicht verdoppeln,
  4. das Rumpfpolster über den Rippen erreicht zum Teil eine Dicke von über 5 cm,
  5. an der Hinterhand wird das Fettpolster zum Teil mehrere Zentimeter dick und legt sich wie ein Mantel um die gesamte Muskulatur,
  6. neben der Schweifrübe und auf der Kruppe entstehen zum Teil aufgesetzte Fettpolster mit einer Dicke von 2-4 cm,
  7. unter Umständen entwickelt sich ein Fettpolster am Unterhals oder im Bauchraum.

Ein Übergewicht macht sich durch Fettansammlungen bemerkbar, die je nach Rasse, an unterschiedlichen Stellen ausgeprägt vorkommen. Oft zeigen sie sich durch Fett am Rumpf, wodurch ein starker Hängebauch entsteht. Viele Pferde haben Probleme mit einem trägen Darm und es entstehen häufig Verstopfungskoliken und Kotwasser.

Ein weiteres Problem von EMS Equine metabolische Syndrom besteht darin, dass das Immunsystem angegriffen wird. Entzündungen und Infektionen nehmen zu, das Fell ist unter Umständen stumpf und struppig und gelegentlich zeigen die Tiere ein langes, lockiges Fell. Ähnlich bei PPID (Cushing).

An EMS erkrankte Tiere zeigen häufig ein lethargisches Verhalten und sind müde. Zugleich neigen sie jedoch zu panikartigem Verhalten. Stuten sind häufiger und länger in der Rosse.

Besonders problematisch ist ein Muskelverlust, der durch Lethargie begünstigt wird. Durch die Müdigkeit nimmt die Leistungsbereitschaft des Pferdes ab und die Muskeln bauen ab oder versteifen sich. Von EMS Equine metabolische Syndrom betroffene Pferde zeigen häufig Futteraggression, da die Tiere ständig Hunger haben. Hervorgerufen wird dies durch die schlechte Aufnahme von Glukose in die Zellen.

Eine dauerhafte Überernährung (Übergewicht) und die Bildung von Fettpolstern bewirken eine Reaktion des Körpers. EMS verändert die Funktion der Fettpolster, indem diese zu hormonell aktivem Gewebe „umgestaltet“ werden. Durch diese Aktivitäten kommt es zu einer langen Aktivitätskette von Aus- und Nebenwirkungen.

 

 

Auswirkungen von EMS auf das Pferd

Die Veränderung der Fettpolster begünstigt die Produktion von Stoffen, die die Insulinaktivität verhindern. Zusätzlich wird durch eine erhöhte Kohlenhydrat-Fütterung der Insulinspiegel generell hoch gehalten. Gesunde Pferde hingegen haben nach der Fütterung einen erhöhten Insulinspiegel, der sich allmählich reguliert. Bei an EMS erkrankten Pferden ist dies nicht der Fall.

Neben einer weiteren Gewichtszunahme besteht eine erhöhte Gefahr an Hufrehe zu erkranken sowie eine Insulinresistenz zu entwickeln.

Übergewicht ist ein Hauptfaktor für Pferde an EMS zu erkranken. Kraftfutter, zu nährstoffreiches Weidegras oder die Gabe von Äpfeln und Möhren begünstigen unter Umständen die Erkrankung. Der in Obst enthaltene Fruchtzucker fördert Übergewicht genauso wie ein hoher Kohlenhydratanteil im Futter. Vor allem, wenn das Pferd zu wenig Bewegung erhält. Derzeit sind rund 60% unserer Hauspferde übergewichtig.

 

Maßnahmen bei EMS Equine metabolische Snydrom

Um das Auftreten von EMS Equine metablische Snyndrom zu vermeiden ist es wichtig Übergewicht und eine Überfütterung zu verhindern. Nicht nur die Rationierung des Futters ist ein wichtiger Gesichtspunkt, sondern zusätzlich die Fütterung mit einer ausgewogenen, rauhfaserbasierten Nahrung.

Ist ein Pferd an EMS erkrankt, ist das erste Ziel immer die Gewichtsreduktion. Diese sollte jedoch nicht plötzlich geschehen, sondern kontrolliert. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei einem Kleinpferd täglich ca. 200 g Gewichtsverlust anzuraten sind.

Ein zu hoher Gewichtsverlust in einem kleinen Zeitraum begünstigt eine Hyperlipämie. Dabei gelangt Körperfett in die Blutbahn und verstopft dort die Gefäße.

Pferde mit EMS benötigen zusätzlich zwingend ausreichend Bewegung. Dabei muss es nicht immer Reiten sein, auch Spaziergänge, Klickertraining etc. sorgen für Beschäftigung und Auslastung. Mit einem durchdachten Weide- und Stallmanagement lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen.

Ich berate sie gerne bei einem durchdachten Ernährungsplan und helfe Ihnen dabei das Gewicht Ihres Pferdes (gesund) zu reduzieren. Schreiben Sie mir bitte über mein Kontaktformular und vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

 

Quelle: https://equiva-nutrition.com/expertenwissen/stoffwechsel/ems

Spread the word. Share this post!

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.